Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Die Challenge ist vorbei. Uff. Und ich challenge direkt weiter. Es geht gar nicht mehr ohne. Und es fühlt sich nicht mehr nach Herausforderung an, sondern nach normal.

Gestern kam ich beim Bäcker vorbei und sah roch: Kürbisbrötchen. Mmmmmmmmhhhhhh, wie ich die liebe! Diese herrlich fluffigen, saftigen, süßen Dinger! Tonnenweise gegessen in den letzten Jahren. Bis gestern. Ich konnte einfach nicht. Ich besorgte mir eine Übersicht der Inhaltsstoffe und wusste schlichtweg nicht mehr, warum ich mir das antun sollte. Ich war in den letzten Wochen so gut zu meinem Verdauungssystem und es ist dafür so dankbar.

Also kaufte ich stattdessen Kürbis und Mehl, und steckte persönlich die Hände in den Teig. Das Ergebnis waren lecker-saftige Brötchen, die den industriell gefertigten in absolut und rein gar nichts nachstehen, von der Abwesenheit diverser Zusatzstoffe mal abgesehen. Okay, vielleicht nen Hauch, aber nur im direkten Vergleich.

(Aber: Sogar Kind 1 aka Sugarista fand lobende Worte, das zählt doppelt.)

Daher hier für euch das Rezept:

Für ca. 18 kleine Brötchen:

370 g Hokkaido-Kürbis (entkernt und in kleine Stückchen geschnitten)
500 g Mehl (ich hatte Weizenvollkorn und Dinkelmehl halb/halb)
1/2 Würfel Hefe
50 g Alsan Bio
ca. 60 g Reissirup/Agavendicksaft (je nach gewünschter Süße halt)
1 EL Sojamehl (mit 2 EL Wasser angerührt als Ei-Ersatz, alternativ 1 Ei)
1/2 TL Salz

Als erstes kocht ihr den Kürbis mit ein wenig Wasser weich. Dann pürieren und abkühlen lassen. Vermischt nun alle weiteren Zutaten mit dem Kürbismus und lasst das Ganze eine Stunde gehen.

Formt kleine Brötchen und lasst den Teig nochmal 20 Minuten gehen.

Jetzt nur noch 15 Minuten bei 180 Grad (vorgeheizt) backen und dann geniiiiiiießen!!

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Guten Appetit!

It ain`t over till it´s over

Am Montag, den 26. August, startete ich morgens mit der Vegan-for-fit-Challenge. Heute, nach einem veganen Frühstück, kann ich vermelden: 30 Tage geschafft.

Ich bin:

– ein bisschen stolz
– ein bisschen erleichtert
– ein bisschen leichter

Quark, Milch, Eier, Joghurt, Käse und Co. haben mir nicht gefehlt. Zucker und Kartoffeln dagegen manchmal schon. Zucker weiter reduziert zu verwenden ist mein Ziel, Zucker ganz auszuschließen empfand ich dagegen als wirklich anstrengend. Im Homeoffice einen selbstgebackenen Chilicracker zu naschen ist einfach leichter, als anderswo vor einem Kuchenbuffet zu stehen und nichts davon nehmen zu dürfen.

Wenn ich zuhause koche, werde ich Zucker immer weiter ersetzen. Dafür kenne ich nun gute Alternativen, und allmählich bekomme ich auch das mit den Mengen besser hin. Pfannkuchen, Schokotorte, Strudel – geht alles ohne Milch, Industriezucker, Eier und schmeckt sogar! (Ja, auch den Kindern. Fragt sie nicht, glaubt mir einfach.)

Ich hoffe, ich schaffe es, meine Geschmacksnerven, die sich nun erholen durften, nicht wieder zu verderben. Vor der Challenge fand ich Kandis noch zu sauer, gestern Abend habe ich meinen Mann ernsthaft verdächtigt, mir Honig in den Rooibos-Vanille-Tee gerührt zu haben. „Der ist doch gesüßt, das schmeck‘ ich doch!“ Nein, war er wirklich nicht, allein der Geschmack der Vanille reichte, um Süße zu empfinden. Gestern nachmittag habe ich mir ein Vollkornbrötchen („bitte nichts mit Zucker“) vom Bäcker geholt, weil ich wusste, dass zum Kochen keine Zeit blieb und ausnahmsweise ein to-go-Snack sein musste, und ich hatte das Gefühl, es wäre oben, unten und mittig mit Honig bestrichen. Ich bin dann zurück in die Filiale und habe die Zutaten erfragt…..tatsächlich, im Teig war ein wenig „Backhonig“ . Was immer das sein mag. Vielleicht von der Teigmantelbiene.

Vollkornbrötchen die süß schmecken, wer braucht so etwas??
(Es gab Zeiten, da konnte ich mir nicht vorstellen, dass jemand es braucht, ein dunkles, trockenes Körnerbrötchen zu wählen, wenn daneben Franz liegt…always overthink a running system)

Eben gab es nun meine Belohnung für das Bewältigen der Challenge, auf die ich mich schon seit Tagen gefreut habe:

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Will jemand den Rest der Tafel?
Mir ist sie zu süß. Und zu schleimig. Habe das Gefühl, einen Löffel Butter runtergeschluckt zu haben.

Wow.

Das bin war ich nicht. Aber schön, jetzt so zu sein. Sehr, sehr befreiend. Und dennoch bin ich mir der Prüfung bewusst, die es bedeutet, dabei zu bleiben. Die erste Zigarette nach einer rauchfreien Zeit schmeckt ja auch niemandem, und trotzdem fangen so viele wieder an. Ich habe mich auch 3 oder vier Mal zu Zigarette Nr. 2, 3, 4 und 5 zwingen müssen, bis es endlich wieder okay war (bekloppt, ohne Frage).

Seit über sechs Jahren rauche ich nicht mehr. Es geht also. Jede Sucht kann überwunden werden, es braucht nur den ersten Schritt und dann ein Dranbleiben. Schritt 1 habe ich hinter mir, jetzt geht es um das Dranbleiben.

Mein Fazit nach 30 Tagen Challenge?

Es hat sich nicht viel verändert. Also nicht viel von den Dingen, die ich mir erhofft hatte. Ich neige zu Übertreibungen, und so war ich mir in meiner Hoffnung sicher, dass ungeahnt viele Kilos verschwinden, dass ich nach spätestens 14 Tagen voller Energie bin, so sehr, dass ich, weil mich der Elan geradezu peitscht, in meine Laufschuhe springe und alle paar Tage Kilometer um Kilometer abreiße. Meine Haut sieht aus wie die einer 25jährigen und genau so fühle ich mich auch, wenn ich morgens aufwache.

Die Wahrheit ist: Ich bin noch immer 38. Morgens, mittags, abends. Gegen nachmittag gefühlt auch älter, dann habe ich noch immer das Energietief, das ich noch aus dem August kenne.

Ich bin um knappe 2 Kilo leichter, aber das war ich auch schon nach der Hälfte der Zeit.

Meine Haut sieht aus wie immer.

Meine Erwartungshaltung war himmelhoch, das musste ja scheitern. Mir dessen bewusst zu werden, führte direkt in das Tief der letzten Woche. Eine Wand, die man über Jahre oder Jahrzehnte schwarz streicht, wird nun mal nicht direkt gleißend, nur weil man mal ne Tube Deckweiß drüber spritzt. Aber an einigen Stellen wird sie heller. Es braucht viele Tuben und viel Zeit. Ich bin erst ganz am Anfang.

Und es gibt auch schon diese hellen Stellen. Ich vermisse* die Schwere. Die Schwere nach den Mahlzeiten, die Schwere allgemein. Und Sodbrennen.

(*NATÜRLICH NICHT, sie ist nur nicht mehr da.)

Ich bin leichter. Erleichtert um etwas Gewicht, erleichtert um einen Zustand des sich-massiger-fühlen als man ist. Statt Kleidung um sich herum zu legen, fühlt es sich jetzt eher wieder wie „in etwas hineinschlüpfen“ an, ohne dass ich merklich an Umfang verloren hätte. Nichts Dramatisches, wir sprechen nur von Nuancen. Erleichtert bin ich jedoch auf jeden Fall um den Drang, permanent etwas essen zu müssen. Der ständige Gedanke an Nahrung ist weg. Stattdessen kenne ich wieder ein Hungergefühl. Und die Bedürfnisse meines Körpers statt meines Kopfes.

Wie entscheidend die Gedanken sind, wurde mir gerade gestern bewusst.

Für mich endete die Challenge gedanklich gestern Abend. Am Vormittag war ich kurz im Bioladen, und sprach mit dem Team dort – natürlich – auch über das Ende der Aktion. „Wieso heute, Tanja, die Challenge endet erst MORGEN!“

……

Mir ging es auf.der.Stelle schlecht. Ich habe SOFORT Hunger bekommen. Auf irgendetwas ganz Schlimmes. Franzbrötchen, Schokoladencroissant, Mars, ganz egal. 30 Tage? Kein Problem. Einen Tag länger? UNmöglich. Nicht machbar, schlichtweg nicht zu schaffen.

Ich hatte keine Chance, diese Gedanken am Hochploppen zu hindern. Sie waren sofort da, völlig zwanghaft.

Eine Minute später waren sie wieder weg, ich hatte die Kontrolle über meinen Kopf zurück. Erschreckend dennoch. Unsere Gedanken sind so unfassbar manipulativ. Als säße dort jemand Bitterböses, der schlichtweg zusehen möchte, wie wir uns in Grund und Boden sündigen, und sobald er das Steuern zu verlieren droht, direkt wieder an den Zügeln reißt.

Wer auch immer dort sitzt, konnte sich in den letzten Jahren meiner so sicher sein, dass er die Zügel sogar locker lassen konnte. „Die tut schon nix.“

Jetzt ist Schluss, mein Freund.

Hach, ich freue mich. Alles wird gut. Es ist doch schon so viel besser geworden.

Es geht wieder bergauf

Kurz vor Ende kriege ich wieder die Kurve, das ist ein gutes Zeichen.

 

Meine chaotische pre-Challenge-Ernährung hatte sich unter die Challengeregeln gemogelt. Ich habe nicht gesündigt, aber innerhalb der Regeln in den letzten Tagen so viel falsch gemacht wie irgend möglich. Dämliche Unschöne Gewohnheiten, mächtiger als ich. Nee, nicht so ganz, aber sie haben’s versucht.

Ich habe zu wenig getrunken, zu unregelmäßig gegessen, abends Sachen, die eigentlich in den Vormittag gehören und all solche witzlosen Scherze. Aber nun geht es wieder seinen Gang. Heute morgen ein Erdnuss-Schoko-Müsli, mittags, okay, Vollkornbrot mit Tofu-Aufschnitt statt Tofurührei, nachmittags ein paar selbstgebackene Knäckestückchen meiner Cousine und abends eine halbe Zucchini mit Soja-Bolognese. Noch nicht perfekt, aber perfekt kann ich eh nicht.

Ich muss die Challenge bzw. die Zeit danach meinem Hang zum Chaotischen anpassen. Nach der Challenge ist vor der Challenge, oder? Oder bin ich von nun an stetig mittendrin? 

Wie dem auch sei…..wie es weitergeht, wird sich finden. Ich werde es euch wissen lassen. Sobald ich es weiß…

 

Einen wunderbaren Abend uns allen!

„Bald ist es ja geschafft“

Nein, so will ich es nicht sehen. Bald geht es erst los – die tatsächliche Umstellung.

Das hier war ja nur der Härtetest, um den Körper auf das, was da kommt (bzw. nicht mehr kommen wird), vorzubereiten.

Nach nunmehr…*rechne* knapp 24 Tagen ohne tierische Produkte/Zucker/Weizen/Kartoffeln kann ich sagen: Ich bin ein Vulkan.

Meine Laune wird von Tag zu Tag übler. Gestern dann der Ausbruch. Woran das liegt? Wer weiß es schon. Vielleicht ist es der Verzicht, vielleicht ist es die Schwierigkeit, Gewohnheiten abzulegen, vielleicht ist es das Wetter, vielleicht passieren zu wenig „Wunder“, vielleicht ist es auch schlichtweg der Entzug. Erst 38 Jahre so und dann drei Wochen so, da können Körper und Geist wohl nicht anders als zu rebellieren. Die hatten sich prächtig eingenistet mit dem ganzen Kram und dann wird Knall auf Fall die Zufuhr gestoppt. Da werden, klar, alle Register gezogen, um mich zur Vernunft zu bringen. Als ich damals mit dem Rauchen aufhörte, hat man auch einige Zeit einen Bogen um mich gemacht. Wäre aktuell ebenfalls besser.

Gestern dann der absolute Peak. Sack voll Arbeit, Essen nur nebenbei möglich, Info aus der Werkstatt, dass der Wagen sie wohl nicht mehr verlassen wird, Wäscheberge kippen hinter mir bald um, Mann auf Geschäftsreisen, Kinners nölen, Fernseher mackt, PMS und dann nicht mal ’n Keks für die Nerven. Musste mich arg zusammen reißen, nicht ganztägig zu brüllen.

Sprich: gestern ging nur noch Plan B. Challenge-Regeln einhalten, aber im Rahmen derer so mächtig sündigen wie möglich. Ich habe MEHR gegessen, den Schokoshake gab es gleich doppelt, nachmittags einen Raw Bite, den ich mir eigentlich für nach-der-Challenge gekauft hatte und abends BROT. Richtiges BROT. Ohne Zucchinicreme.

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(SEHR zu empfehlen, die Riegel. Zuckerfrei, vegan, saulecker)

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Glücklich war ich danach noch immer nicht, aber zumindest konnte ich wieder leiser sprechen.

 

Und wisst ihr was? Ich versuch’s gleich heut nochmal!

Vermelde Erfolg!

Kind 2 mochte ein Gericht! (Es aß sogar die Portion weg, die ich mir für heute aufsparen wollte)

Jawoll ja, die Quinoa-Buletten gestern Abend kamen sehr gut an. Der dazu gereichte Mangold weniger, aber das lag wohl an meinem Versuch, dem Ganzen mit ein paar Spritzern Orangensaft etwas Pepp zu verleihen.

Da meine Buletten in der Optik arg von der Vorlage abwichen, gibt es kein Foto vom Teller sondern aus dem Buch. Bitteschön:

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Dazu gehört ein Dip aus frischen Tomaten, Sojajoghurt und getrockneten Tomaten, den ich beim nächsten Mal in der Zusammensetzung etwas modifizieren werde. Mehr getrocknete Tomaten, weniger frische. Und vielleicht ein paar Nüsse mit in den Mixer.

Zum Frühstück hatte ich vorhin ein großes Glas Hafermilch-Amaranth-Haferflocken-Nüsse-etc.pp.-Shake und bin – wie immer – pappensatt. In einer Stunde gibt es Attilas Tofu-Burger in einem Bistro vor Ort, und ich treffe dort Freundinnen, fürchte aber, ich werde eher aus Appetit essen müssen denn aus Hunger. Hach, welch ein Elend…

Einen wunderbaren Tag uns allen!

Ist das jetzt die Challenge?

Bergfest. Ohne Kuchen.

Ich finde die Challenge gerade doof. Ich will wieder normal essen. Nein, will ich nicht. Doch, will ich doch. Nein, wi….ach, was weiß ich denn, was ich will.

Gewichtstechnisch passiert seit Tagen NICHTS, ich war gestern so müde wie lange nicht mehr und irgendwie fehlen mir grad die Wunder. Und ein paar Wunder wird man wohl verlangen dürfen, wenn man seit nunmehr zwei Wochen auf 98% dessen, was einen Tag kulinarisch mit Sinn füllte, verzichtet.

Jaaaa, ich mache nach wie vor keinen Sport, ich trinke zu wenig, ich schlafe keine sechs Stunden pro Nacht. Wunder gehen scheinbar doch nur, wenn man mitmacht.

Dann dieses dauernde Zucchinigeesse. Und dieser viele Tofu. Vor lauter Nussmus muss ich schon ganz verklebt sein. Ich will wieder 10-Minuten-Reis und keine Bohnen, bei denen ich schon am Vortag wissen muss, dass ich sie essen will, damit sie schon 12 Stunden Einweichzeit hinter sich haben, bevor ich Appetit auf sie bekomme.

Ich will wieder Kaugummis kauen, den ganzen Tag. Ich will abends naschen, irgendwas ganz Übles aus Plastiktüten. Ich will am Samstag backen und mich freuen, wenn die Kinder am Sonntag bei Freunden spielen, weil ich dann den ganzen Restkuchen für mich hab. (Mist, Mann und mich)

Ich will morgens die Kinder zur Schule bringen und auf dem Rückweg zu meinem kleinen Lieblingsbackladen fahren und mir die leckersten Brötchen der Stadt holen. Zuhause dann Marmelade drauf und dazu einen großen, großen Milchkaffee. Ich will, ja, ich will ein Thai Curry mit Huhn.

Und wisst ihr was?

Wenn all das hier jetzt stünde, würde ich nichts davon anrühren. Mein Magen will das alles gar nicht, nur mein Kopf. Mich machen gerade die Erinnerungen an „normales Essen“ irre, also essen, ohne nachzudenken, nur dem Appetit folgend. Es ist so viel leichter, sich keine Gedanken zu machen und ich hätte es gerade gerne etwas leichter. Ich wünschte, die neue Art, mich zu ernähren wäre schon normal, wäre schon Gewohnheit. Denn so sehr ich jetzt gerne einen große Eisbecher vor mir hätte, so sehr weiß ich auch, wie es mir danach ginge und was er mit mir macht.

Während die Veränderungen äußerlich noch etwas auf sich warten lassen, bin ich mir sicher, passieren sie im Inneren. Ein Reboot für meine Zellen. Und je mehr ich beispielsweise über den Zusammenhang Krebs + kohlenhydrat-/zuckerreiche Ernährung lese, desto mehr will ich diesen Weg weiter marschieren. Auch wenn mir die Umstellung wahrlich schwer fällt. Ich will das nicht länger ignorieren alles. Ich rauche ja auch nicht (mehr), weil nun mal bewiesen ist, was es im Körper anrichtet. Und wenn Zucker etwas ähnliches macht, dann kann ich das Wissen nicht einfach wegwischen, nur weil ich über drei Jahrzehnte von was anderem überzeugt war. Ich weiß halt nur noch nicht genau, wie die Alterative aussieht. Es ist, und da kommen wir wieder an den Anfang zurück: es ist halt leichter, alles beim Alten zu lassen. Man bekommt keinen augenblicklichen Ausschlag nach einem Teller Pasta und kein Herzrasen nach einem Schokoriegel, insofern kann man sich einfach nicht vorstellen, dass das Ganze negative Folgen haben soll. Und will man auch nicht, denn das würde ja bedeuten, den Schokoriegel und die Pasta nicht zu essen, und hey, wer will das schon?

Ich auch nicht, aber ich will lernen, es nicht zu wollen. Und ich glaube, das geht leichter, je mehr Alternativen man kennt. Bis vor zwei Wochen hätte ich es auch noch als komplett schräg bekloppt abgetan, Sultaninen unterwegs zu essen. Kaugummi, Gummibärchen, sowas hat man in der Tasche. Doch kein TROCKENOBST.

Ich verbinde mit dieser anderen Art, sich zu ernähren, noch zuviel Negatives. Das klingt alles so beschwerlich, so anstrengend, so genussfrei, so dogmatisch, so un-un-unglaublich spaßbremsig. Weil ich noch zu wenig Ahnung habe. Weil ich gerade das Gefühl habe, ich würde eine neue Sprache lernen und einfach noch nichts verstehen. Ich muss die ganzen Vokabeln immer wieder nachschlagen, und sobald ich mich in einer Situation gerade sicher fühle, kommt eine andere und mir fehlen wieder alle Worte. Ich lerne vegan und stammele mich durch den Tag. Die Vokabeln für Frühstück kann ich schon ganz gut, aber in Restaurants krieg ich noch nichts bestellt. Man versteht mich einfach nicht. Meine Muttersprache versteht dort allerdings jeder und es wäre so viel einfach, sich weiter in ihr zu unterhalten. Aber verdammich, ich will nicht einknicken. Irgendwann spreche ich die Sprache fließend und dann werde ich nur noch müde lächeln über meine stolprigen Anfänge.

Als nächstes lerne ich die Vokalen für „auf nichts verzichten müssen“. Und werde euch davon berichten.

Zwei Links zum Thema:

http://www.biomedizin-blog.de/de/fructose-das-beste-futter-fuer-krebszellen-und-der-grosse-feind-unserer-gesundheit-wp261-212.html

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/2222970/

PS: Ich habe gestern KEINEN Keks gegessen.