Tag 5 beginnt

Guten Morgen!

Zur Abwechslung gab es heute kein Tofugerührtes, sondern Erdnuss-Schoko-Müsli und damit den endgültigen Beweis, dass Attila es süß und mächtig mag.

Keine Frage, eine leckere Speise, aber trotz der schon reduzierten Menge an Agavendicksaft eine glatte 11 auf der Süße-Skala von 1 bis 10.

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Dank der Zutaten Erdnussmus Crunchy und einer ganzen Banane ist zusätzliche Agavensüße meiner Meinung nach komplett überflüssig. Weder im Müsli selbst noch für das Topping (geröstete Erdnüsse).

Abseits der Challenge ist es das genaue Gegenteil, aber hier sind meine Favoriten eindeutig die herzhafteren Starter.

Einen wunderbaren Tag uns allen!

PS: Waage zeigt ein Kilo weniger. Yiehaa.

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Fazit Tag 4 – ich bin ein Gewohnheitstier

Himmel, fällt es mir schwer, aus meinen Gewohnheiten auszubrechen. Kein Wunder, ich habe sie mir jahrelang antrainiert und eigentlich gefielen sie mir auch. Butter bei die Fische: so ‚ ne Tüte Haribo am Abend ist mehr Genuss als „nach 19 Uhr nichts mehr“. Brötchen am Morgen mit selbstgemachtem Glühweingelee (ganzjährig) schmeckt mir noch ein wenig besser als Tofurührei. Und mit knurrendem Magen nach Hause zu fahren finde ich etwas weniger schön als ein Franzbrötchen auf die Hand beim Bäcker.

Ich habe das genussvolle, maßlose es-wird-schon-keine-Folgen-haben-Leben über Jahre, ach, Jahrzehnte verinnerlicht und vieles in mir wehrt sich dagegen, damit nun aufzuhören. Heute besonders laut.

Der Tag begann mit leichter Übellaunigkeit und zitternden Beinen. Ich halte das für den Zuckerentzug. Das durchzustehen und nicht in die Küche zu rennen, um mir einfach ein Honigbrot zu schmieren, war um kurz vor 6 Uhr wirklich eine Challenge.

Ich gehe lieber den bequemeren Weg über geraden Asphalt statt querfeldein über Baumwurzeln, ich mag es sutsche, und mit dieser Gewohnheit zu brechen verlangt mir gerade einiges ab. Jede noch so kleine Veränderung, die ich mir für meinen Alltag wünsche, muss ich mir täglich neu auf den Plan rufen, weil das alte Muster sonst an mir zerrt und zieht. Denke ich an Ende September, also das Ende der Challenge, sehe ich mich mit endlich wieder erlaubten Choco Crossies vor dem Fernseher und zack, wandern die Mundwinkel hoch.

Auch das schreibe ich dem Entzug zu.

Denn natürlich hoffe ich, dass es anders kommt. Natürlich hoffe ich, dass 30 Tage ausreichen, um die Gewohnheit, abends einfach „abzuhängen“ (wobei es eher der Laptop ist und selten das TV) und dabei zu naschen umzuwandeln in „ich esse nichts, was ich nicht essen muss“, und mich stattdessen wieder mit Büchern zu nähren.

Hm.

Mein Essen heute?

Absolut lecker. Zum Frühstück mal ganz was Neues: Tofurührei. Am Nachmittag (ich hab’s endlich wieder zum Einkaufen geschafft) ein grandioser Hafermilch-Kakao-Bananen-Shake und abends Blumenkohl-Curry-Crunch.

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Zwei Dinge, die sich schon jetzt geändert haben:

Ich esse wenn ich Hunger habe. Klingt selbstverständlich, war aber schon lange nicht mehr so. Ich aß bei Appetit – Hunger kam selten auf. Am Montagmorgen hatte ich erst gegen 10 Uhr Hunger, scheinbar war ich einfach noch satt vom Vortag. Am Dienstag rutschte die Zeit schon ein wenig nach vorne, und heute musste das Rühr“ei“ um kurz nach 7 auf dem Teller sein, sonst hätte ich Kind 1 die Pausenbrotdosen aus dem Ranzen gerissen.

Und das andere: Es ist schön, Mahlzeiten zu zelebrieren.

Keines der Challengegerichte ist lieblos. Jedes ist ein kleines Highlight, sei es für’s Auge oder die Geschmacksnerven. Meistens für beides, und wenn ich nicht die Küche im Blick hätte, die nach jedem Kochen aussieht, als hätten die Kinder über Stunden etwas gesucht und nicht gefunden, fühlte ich mich fast wie im Restaurant.

Nur getrunken hab ich heute viel zu wenig, das muss morgen besser werden. Apropos „besser“: Kind 2 gewinnt wieder an Fahrt. Der Schmerz lässt ein wenig nach, und vorhin klappte schon ein zaghaftes Fußballspiel mit Opa. Einkaufen mit Mama war dagegen kaum zu schaffen; der Schmerz hatte sich offensichtlich kurzzeitig in die Beine verirrt.

Fazit Tag 3 – Spaghetti geh’n immer

Wenn die Challenge einem eines wirklich abverlangt, dann, sich mit seinem Essen zu beschäftigen. Schnell etwas kochen war einmal; es muss geplant werden und das beißt sich mit meinem Naturell.

Durch den Unfall von Kind 2 war hier eh einiges an Plänen durcheinander geraten, und so stand ich gestern Mittag hungrig vor einem Kühl- und Vorratsschrank, in dem viel lagerte, aber nichts, was ich aktuell essen dürfte. Für jedes Gericht fehlte mir irgendeine wichtige Zutat und selbst zum Improvisieren war nichts im Haus. Da ich von meiner Großmutter den Hang zum Hamstern geerbt habe, war mir diese Situation neu. Bisher galt: Sollten wir mal eingeschneit werden, kann ich die Nachbarn gut eine Weile mit durchfüttern. Zwei Tage Challenge ohne Einkauf bringen meine Lagerhaltung allerdings an ihre Grenzen. Kein gepopptes Amaranth im Haus, keine Kakaobutter, keine Zuckerschoten, keine drei Avocados. Zum Frühstück und Mittag bekam ich noch Tofurührei mit Tomaten und den Rest der Kürbispommes vom Vortag zusammen, aber für eine Alternativnascherei zum Puppengeburtstag von Kind 1 reichte es nicht mehr. Das sensible Kind hielt mir dann am Nachmittag erst die Schokoladenmuffins unter die Nase („Ach, darfst du ja gar nicht..“) und gleich danach eine Schüssel http://www.katjes.de/unsere-produkte/tappsy/. Meine Droge. Für sie würde ich unsere Haustiere PCs Esstischstühle plus sämtliche tiefe Teller tauschen. Dass ich mich in Stillzeit Nummer 2 von ihnen dauerernährt habe, ist sicherlich einer der Gründe, warum ich bei meinem Gewichtsplus nicht von Schwangerschaftsrückständen sprechen darf (eh unglaubwürdig, wenn das Kind selbst in der Grundschule nicht mehr zu den Jüngsten zählt), sondern von post-Schwangerschaftsrückständen. Ich bin mittlerweile überzeugt davon, dass in den Pandas ein stark suchtfördernder Stoff enthalten ist, ich kann am Ende gar nichts dafür.

Zum Abendessen hatte ich schon Angst, wieder irgendetwas mit Tofu essen zu müssen, denn ganz ehrlich, nach drei Tagen brauche ich mal eine Pause von Sojabohnen. Mein Verdauungstrakt ist ein wenig erschrocken.

Ein Geschenk aus Nachbars Garten rettete die Planung, und so gab es (für mich, Mann, Kinder, Oma und Opa) gelbe Zucchinispaghetti mit zweierlei Saucen. Avocado(eine hatte ich noch da)-Basilikum-Creme und Walnuss-Tomaten-Pesto. Ersteres fänd‘ ich auf einem Brot besser aufgehoben, aber in zweiteres wollten Mann, Mutter, Vater und ich uns REINLEGEN. Hätten die Kinder nicht mit am Tisch gesessen, wären wir bei der Entscheidung, wer den Rest auslöffeln darf, vermutlich ausfallend geworden.

Da der Hunger schon so groß war, habe ich leider vergessen, ein Foto für euch zu machen, aber ich bin sicher, es gibt das Ganze in den nächsten Tagen nochmal, dann hole ich das mit dem Bild nach.

PS: Ein halbes Kilo ist schon weg und wer jetzt schreibt, das sei ja erstmal nur Wasser oder Tagesform, wird direkt weitergeleitet auf http://www.so-motiviere-ich-andere-und-fühl-mich-dadurch-selber-gut.de

Fazit Tag 2: es gibt weitere Challenges als nur diese eine

Guten Morgen.

Mein Magen knurrt, die Region um meine Nase ist ein massiver Block und ich schlafe im Sitzen. Für nichts davon kann allerdings die VFF-Challenge etwas.

Kind 2 auch nicht, aber Kind 2 hat zumindest – unfreiwillig – dafür gesorgt, dass sich meine Rahmenbedingungen für das Durchhalten einer Ernährungsumstellung sehr verschärft haben. Ein kleiner Zuckerschub hilft ja im Stressfall ungemein, und so hätte ich meinen Kopf gestern gerne in den Sand Schokoeimer gesteckt, aber: ich war tapfer.

Die Überraschung des Tages: Kind 2 trägt sechs Wochen blau.

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Ein glatter Bruch beider Unterarmknochen, verursacht durch einen Sprung (!) aus dem Stand (!) von der Schaukel bei vollem Tempo (!). Sechs Wochen kein Training, kein Trampolin, kein Fahrradfahren, kein Schulsport, und das für ein Kind, das nur zwei Zustände kennt: schlafen und toben.

Als kleine Aufmunterung gab es gestern freie Auswahl aus dem Süßigkeitenautomaten der Klinik. Milka-Riegel, Twix, Mannertafeln, Gummibärchen, Mars, Kitkat…..soll ich weiter aufzählen?

Für den Bruchteil einer Sekunde bestand das Risiko, diese Situation auch für mich als absoluten Notfall und Ausnahme zu betrachten und zuzugreifen, aber für den Rest der Sekunde dachte ich nichts als „Und, Kind, was möchtest du?“ Es war mir egal, was da angeboten wurde, es war mir egal, wie lecker es schmecken würde, es war mir egal, dass ich es mir nach dem Schreck sicherlich total verdient hätte. Ich hatte keine Lust auf Zucker. So einfach war das. Ich hatte keine Lust.

Einen kleinen unfallbedingten Ausrutscher gab es dennoch. Laut Challengeregeln sollte man die letzte Mahlzeit des Tages vor 19 Uhr zu sich nehmen, aber da ich den Nachmittag (neben dem schnellen Auslöffeln des Linsensuppenrestes vom Vorabend) damit verbrachte, das Kind zu trösten, Getränke und Snacks zu reichen, den Fernseher lauter/leiser zu drehen, vorzulesen und bei alltäglichen Dingen zu helfen, die einhändig und unter Schmerzen nicht so richtig klappen wollen, kam ich erst nach 19 Uhr dazu, die Kürbispommes in den Ofen zu schieben. Essen gab es also erst um kurz vor 8, aber dafür mochten es sogar BEIDE Kinder und das ist besser als jedes Kilo weniger. Als Dip gab es eine Erbsencreme, die ich versehentlich mit dem extrascharfen Currypulver gewürzt hatte, weswegen die Kinder stattdessen Ketchup hatten und ich kurzzeitig eine freie Nase.

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Der Lauf(und Austausch)treff  mit den anderen ChallengerInnen hatte sich damit zeitlich erledigt, aber ich war (Vorahnung?) morgens auf dem Laufband.

Fazit nach zwei Tagen: An Fleisch denke ich eh nicht, ohne Milchprodukte schaff ich locker, ohne Zucker irgendwie auch. Alles entspannt. Kind 1 hat für heute Nachmittag Oma+Opa zum „Kaffee“ eingeladen und serviert selbstgebackene Schokomuffins. Ich weiß, wie sie schmecken und das macht es nicht einfach, aber ich werde tapfer meine Chili-Cracker knuspern. Oder knete ich mir noch schnell die Challenger-Pralinen? Hm, die gelten eigentlich nur als Belohnung für Sport. Aber vorm Süßigkeitenautomaten stehen und nichts nehmen muss auch belohnt werden, oder?

Tag 2 – die Hirse und ich

…werden keine Freundinnen. Zumindest nicht, wenn sie als Frühstücksbrei daherkommt.

Schade, denn gesund ist sie ganz sicher.

„In Europa erfährt Hirse seit einigen Jahren eine Renaissance, da man seine wertvollen Inhaltsstoffe sowie seine Schleimfreiheit gegenüber anderen Getreidearten besser zu schätzen weiß. Mit der Gesundheits- und Fitnesswelle wurde die Hirse wiederentdeckt. Hirse ist das mineralstoffreichste Getreide. Als besonders wertvoll wird ihr Silizumgehalt betrachtet, der für die Elastizität des Bindehautgewebes und das Aussehen von Fingernägeln und Haaren wichtig ist. Ihr Eisengehalt übertrifft den von anderen Getreidesorten um das zwei- bis dreifache, so dass Hirse auch einen Beitrag für die Blutbildung leistet. Weitere Inhaltsstoffe der Hirse sind Kalzium, Kalium, Kieselsäure, Magnesium Natrium und Fluor. Sie ist eiweiß- und fettreich und hat somit höchsten ernährungsphysiologischen Wert.“

(Quelle: http://www.getreide.org)

Ich habe die Körner in einer Apfel-Zimt-Hirse-Creme versenkt und schwöre euch, dies nie wieder zu tun.

Abgesehen davon, dass es (mir) keinen Spaß macht, mein Frühstück 35 bis 40 Minuten auf dem Herd köcheln zu sehen, sammelt diese Speise weder optisch noch geschmacklich irgendwelche Pluspunkte. Zu breiig, zu süß (ca. 17g Agavendicksaft sollten laut Rezept rein, wer soll das runterkriegen?? Selbst mit dem „Schuss“, den ich reingegeben habe, fühl ich mich wie nach ‚ nem melonengroßen Liebesapfel vom Rummel), zu schwer, zu …ach, alles Mögliche. Wer den Brei, pardon, die CREME bereits ebenfalls gekostet und Besseres zu berichten hat, möge es zu ihrer Ehrenrettung hier tun.

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Ich trink jetzt erstmal ein großes Glas Tee und freue mich auf den Rest der Roten Linsensuppe. Und auf die Rückkehr des Tofurühreis morgen früh.

Einen wunderbaren Dienstag euch allen!

Fazit Tag 1: Ä.r.g.e.r.l.i.c.h. – und lecker

Tag 1 ist so gut wie rum (ich gehe gleich direkt nach den Kindern ins Bett, das senkt das Risiko für unkontrolliertes Abendnaschen um 100%).

Und, wie war er so, der Start?

Erstaunlich entspannt. Nach dem Rühr“ei“ gegen 10 Uhr hatte ich stundenlang keinen Hunger. Um gar nicht erst auf dumme Gedanken zu kommen, hab ich zwischendurch drei kleine challengetaugliche Chili-Cracker geknuspert – und viel getrunken. Gute 2.5 Liter, allerdings kein Wasser oder Ingwerwasser, sondern, wie mir erst einfiel, als ich meiner Freundin B. davon erzählte, nur Grüntee. Mal schauen also, wie das mit dem Einschlafen klappt..

Gegen 17 Uhr musste ich zum Bioladen, um die Zutaten für die Abendsuppe zu kaufen sowie einen Liter Hafermilch Vanille. Mann und Kinder weigern sich, ihr Müsli am Morgen mit Sojadrink zu mischen. Natürlich zwinge ich die Drei nicht, mit-zu-challengen, aber es ist dennoch der Plan, den Milchkonsum in der gesamten Familie nach und nach herunter zu schrauben. 10 Uhr – 17 Uhr, ich hatte also seit sieben Stunden nichts gegessen – aber auch keinen Hunger, crazy. Sicherheitshalber nahm ich mir eine Handvoll Cranberries (ihr wisst schon, der „Kaugummiersatz“) für den Notfall mit. Der trat natürlich nach zwei Minuten Fahrt direkt ein (eher: die Gewohnheit, getarnt im Mantel des Hungers), aber was soll’s, es ist ja nur Frucht. Fruktose ja, aber kein Industriezucker.

Weit gefehlt! Wieder zuhause hab ich mir mal die Verpackung der Beeren hervorgeholt und etwas genauer gelesen. Kamen mir doch verdammt süß vor. Und tatsächlich, sie enthalten Rohrohrzucker.

Miste, miste, miste.

Schnelle Ablenkung Überleitung:

Das Abendessen war tiptop challenge-ig und extrem lecker: Rote Linsensuppe mit Basilikum-Nuss-getrocknete-Tomaten-Topping. Ich hatte leider weder Nussöl noch Haselnüsse, aber mit Walnüssen, Olivenöl und einem Hauch Kürbiskernöl ging es ganz genau so. Das Topping mochten die Kinder nur in Teilen, der Mann wollte es dagegen pur löffeln (dufte er aber nicht; der Rest kommt auf meine Mittagsmahlzeit morgen), aber die Suppe fanden wir alle vorzüglich. Brot gab es dazu keines. Wusste gar nicht, dass das geht, Suppe ohne Brot, aber ist tatsächlich so.

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So, und jetzt genieße ich noch einen Caro-Kaffee mit Sojadrink. Fast wie ne Tüte Gummibärchen, wenn man die Augen (feste) schließt.